ZU emotional gibt es nicht!

Hast du schon mal gedacht, dass du zu emotional bist? Oder hast du es schon von anderen gedacht?

Emotionen haben einen schlechten Ruf. Es wird teilweise als negativ betrachtet, emotional zu sein. Das liegt – meiner Ansicht nach – an zwei Sachen:

  1. Wir wissen nicht wie wir mit unseren Emotionen umgehen sollen. Sie sind irrational, machen oftmals keinen Sinn und sind nicht einzuordnen.
  2. In unserer linearen Gesellschaft, in der wir immer probieren einem Ideal zu entsprechen, hat so etwas Unrationelles, Wildes keinen Platz. Das macht sich vor allem darin bemerkbar, dass wir emotionalen Ausdruck (außer bei Kindern) in der Öffentlichkeit sehr selten – wenn überhaupt – sehen.

Doch unsere Emotionen sind so unglaublich wichtig. Sie sind ein Zeichen dafür, dass
wir leben
und dass wir Mensch sind.

Leider jedoch halten wir unsere Emotionen zurück und drücken sie weg. Wir tun es unter anderem, um nicht kompliziert zu sein, um nicht schwach rüberzukommen (vor allem Männer), um uns nicht verletzlich zu machen, oder um spirituell zu sein (da geht es ja in fast jedem Weg darum, die Emotionen zu “überwinden”).

Das führt zu einem Problem: wir werden taub. Denn wenn wir unsere Emotionen wegdrücken, drücken wir das Leben weg und unserem Leben fehlt es mit der Zeit an Vitalität und Elan.

Das ist nicht nur der Fall, wenn wir lediglich die “negativen” Emotionen wie Wut, Angst oder Traurigkeit wegdrücken, denn (und jetzt kommt der entscheidende Punkt) wir können nicht selektiv Emotionen von uns halten. Es ist nicht möglich zu sagen, dass wir die Traurigkeit nicht wollen, aber die Freude schon. Das funktioniert so nicht, denn alle stammen vom selben Ort. Eine Emotion wegzudrücken, drückt alle weg.

So leben wir mit weniger Höhen und weniger Tiefen,
wir beginnen uns nicht mehr zu fühlen,
nicht mehr zu spüren,
wir fühlen uns abgetrennt von uns selbst,
von unserem Parter,
von unserer Umgebung.

Fühlen ist also keine kleine Sache.
Doch wie genau geht das?

Dazu habe ich ein paar Tipps:

1. Leave the issues out of your tissues
Die Emotionen in ihrer rohen Form belassen. Keine Erklärung, kein Urteil. Nur fühlen. So als würdest du dich diesem Gefühl hingeben. (Eine Erklärung dafür zu suchen und sich im Drama und in der Beschuldigung zu wälzen, ist ein Weg, um sich vom Gefühl selbst zu entfernen. Fühlen findet im Körper statt, nicht im Kopf.)

2. Bleibe bei dir
Alles, was du fühlst, gehört dir. Du fühlst es ja schließlich. Doch wir haben die Tendenz, unsere Emotionen auf andere zu “kotzen”. Sprich; andere zu beschuldigen Ursache zu sein für das, was wir fühlen (ein weiterer Weg, wie wir das Fühlen von uns halten).

3. Schaffe Räume und Gelegenheiten, um deine Emotionen regelmäßig zu fühlen
Es ist nicht notwenig, darauf zu warten, dass Emotionen an die Oberfläche rücken. Wir können Gelegenheiten schaffen, um zu fühlen z.B. durch Singen, Tanz (Tango, Salsa, Ausdruckstanz, Archetypen-Tanz), Schreiben (Tagebuch), Malen und so weiter. Je mehr wir Raum für die ganze emotionale Farbpalette in unser Leben integrieren, desto lebendiger fühlen wir uns.

Wenn unsere Emotionen frei fließen,
dann weinen wir, wenn wir verletzt sind,
wir fürchten uns, wenn wir bedroht werden,
wir werden wütend, wenn unsere Grenzen überschritten werden
und wir freuen uns, wenn wir glücklich sind.

Unsere ganze emotionale Farbpalette zu leben und zu fühlen, führt dazu, dass wir wieder tiefer mit anderen mitfühlen können. So kommen wir einander näher.

Mensch zu Mensch.
Herz zu Herz.
Verbunden
und mit der gefühlten Erkenntnis,
dass hinter allem
die Liebe zu finden ist.

Hat dir dieser Blog-Post gefallen?

Dann freue dich auf wöchentliche Inspiration von mir in deine Inbox!

Danke!
Ich lebe und lehre den Weg der wilden Weiblichkeit. Eine Lebensart die all unsere Facetten – unsere Dunkelheit und unser Licht – begrüßt und feiert. Mit großer Hingabe ermutige und inspiriere ich vor allem Frauen dazu, auf die Stimme ihres Herzens zu vertrauen, ihren Körper zu lieben und zu respektieren, ihre wechselhafte Natur zu würdigen und ihre Sinnlichkeit zu leben.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *