Willst du die Welt verändern? Dann höre auf, dauernd nett zu sein!

Die nette Frau kennen wir alle. Unsere Gesellschaft probiert immer wieder, sie mit dem berühmten Satz “Lächele doch mal!” nach außen zu locken, während Sätze wie “Hast du etwa deine Tage?” oder “Sei nicht so zickig!” sicherstellen sollen, dass sie noch eine Weile bleibt.

Sie stiftet Frieden überall dort, wo sie hingeht, eckt nicht an und sieht zu, dass es um sie herum harmonisch ist und dass es jedem gut geht. Um das zu tun, steckt sie zurück.

So, …
… sagt sie ja zu Sachen, die ihr eigentlich nicht passen.
… geht sie sicher, dass sie keinem auf die Zehenspitzen tritt.
… entschuldigt sie sich für Sachen, die keiner Entschuldigung bedürfen.
… wendet sie einiges an Energie dafür auf, zu erreichen, dass sie von jedem gemocht und akzeptiert wird.

Diese Rolle kennen wir alle.
Es wird angenommen, dass Nett-sein heldinnenhaft ist und dass es ein Ausdruck eines wahren Herzens-Menschen ist. Doch so ganz stimmt das nicht. 
Was sich meist hinter dieser Art von Nettigkeit verbirgt, ist die Angst vor der eigenen Kraft, dem eigenen Licht und der eigenen Größe. Deswegen ist Nett-sein nicht sehr förderlich. Nicht für uns selbst, nicht für unsere Umgebung und nicht für die Welt.

Um genauer zu sein:

Dadurch, dass die nette Frau sich so sehr darum bemüht gemocht und akzeptiert zu werden, nicht aufzufallen, nicht aufzurütteln und nicht auf die Zehenspitzen anderer Leute zu treten, verliert sie die Verbindung zu sich, denn ihre ganze Aufmerksamkeit geht nach außen. So passiert es, dass sie mit der Zeit gar nicht weiß, wer sie ist, was sie will und was sie ausmacht. Sie sieht ihre Gaben nicht, ihr Potential nicht und ihre Geschenke an diese Welt ebenfalls nicht. Sie glaubt nicht an sich und versteckt ihr Licht.
Und wo wir unser Licht verstecken, fehlt es in der Welt.
Was ist also die Alternative?
Ist es besser, eine Zicke zu sein?
Ganz bestimmt nicht!

Auf der anderen Seite der netten Frau liegt die ehrliche Frau.
Sie ist ehrlich zu sich,
würdigt sich selbst,
kennt ihren Wert,
und lebt von innen nach außen.

Die ehrliche Frau eckt an und rüttelt auf. Sie tut das allerdings nicht, um Aufmerksamkeit zu bekommen oder aus anderen egoistischen Gründen (das gibt es nämlich auch), sondern sie tut es nur, indem sie ist, wie sie ist. Denn ehrlich zu sein, entspricht oft nicht dem, was wir in unserer Gesellschaft als normal und angepasst erachten.

Dazu ein Beispiel aus meinem Leben:

Vor vielen Jahren habe ich ein regelmäßiges Treffen mit Freundinnen abgesagt, weil ich krassen Jetlag hatte und Ruhe gebraucht habe. Damals habe ich mitgeteilt, dass ich nicht kommen werde, weil ich müde bin und lieber Zeit für mich alleine verbringen möchte (ein Bedürfnis).

Ich war nicht gemein, ich war ehrlich. Gemein wäre zu sagen: Ich habe keinen Bock auf euch Hühner und auf euer blödes Gegacker und bleibe lieber heute alleine. Die Nette habe ich ebenfalls nicht gespielt. Sie wäre nämlich hingegangen, damit sie bloß keine Unruhe oder Erwartungen enttäuscht.

Trotz meiner Ehrlichkeit hat die Kommunikation meiner Bedürfnisse eine Reaktion mit sich gebracht, die ich nicht erwartet hatte: Eine aus der Gruppe hat sich persönlich angegriffen gefühlt und die Kommunikation meiner Bedürfnisse als Beleidigung aufgefasst.

Es ist genau diese Reaktion, vor der wir Angst haben und ein großer Grund, wieso wir zurückstecken. Doch es gibt dazu zwei wichtige Sachen zu wissen:

1. Wenn wir ehrlich sind, rütteln wir auf

Egal ob es ist, weil wir ein kurzes, heißes Kleid tragen, nein zu einem Mittagessen mit Freunden sagen oder unseren Herzenswünschen und Träumen nachgehen, werden wir möglicherweise aufrütteln und anecken. Andere können sich angegriffen, verletzt und enttäuscht fühlen. Das ist nicht auszuschließen. Deshalb ist es unabdingbar, dass Ehrlichkeit zu dir selbst einen höheren Stellenwert in deinem Leben einnimmt, als der zehrende Wunsch angenommen zu werden.

2. Aufrütteln ist ein Geschenk für alle

Vorausgesetzt wir sind bereit dafür, dieses Geschenk auch anzunehmen. Damit du weißt, was ich meine, bleibe ich beim oberen Beispiel. Da wären die Geschenke:
Für mich:
– Zu lernen, dass ich die Reaktion der anderen nicht persönlich nehmen darf. Es hat mit mir nichts zu tun. Ich habe lediglich ohne es zu wissen eine alte Wunde aufgekratzt und alten Schmerz an die Oberfläche geholt. Das zu erkennen, unterstützt mich dabei, nicht selbst zum Angriff über zu gehen.

Für sie:
– Sie kann das Gefühl, das hochkommt, fühlen. Wirklich fühlen und sich selbst fragen, was sie braucht. Diese Wunden liegen oft tief in uns und wir haben dann die Möglichkeit, uns selbst das zu geben, was wir damals, als es verursacht wurde, gebraucht hätten (in der Regel Anerkennung und LIEBE)
– Sie kann sehen, welche Glaubenssätze dahinter stecken. Welche Sätze in so einem Moment im Kopf gesprochen werden. Zum Beispiel: “Keiner mag mich”, “Es hat nie jemand Zeit für mich”, “Ich bin unerträglich”. Diese limitierenden Glaubenssätze arbeiten innerlich gegen uns und gegen unser Potential. Sie ins Bewusstsein zu rufen, ist der erste Schritt dahin, sie zu verändern.
– Sie kann sich fragen: In welchen Situationen stecke ich meine eigenen Bedürfnisse zurück? Denn manchmal, regt uns bei anderen Menschen auf, dass sie etwas tun, was wir auch gern machen würden, uns aber nicht eingestehen, geschweige denn uns erlauben.

Wir sind immer mal wieder in der einen oder in der anderen Rolle. Wenn wir in der zweiten Rolle sind, dann ist es wichtig, dass wir uns nicht verstecken und uns nicht für unsere Reaktionen schämen. Das ist kontraproduktiv. Unterstützend ist es, sie ins Licht zu bringen. Sprich zu würdigen und anzuerkennen, dass wir sie haben. Sie gehören zu uns dazu.

Idealerweise unterstützen wir einander in solchen Momenten. Genau deswegen sind die Women’s Circle, Workshops und Retreats so wertvoll. Wir kommen an einem Ort zusammen, in dem wir so sein können, wie wir sind und in dem alles erlaubt ist und urteilsfrei angenommen wird. Wir wachsen gemeinsam und unterstützen einander dabei, in unsere volle Kraft zu kommen.

Kurz: Wir stärken dort die Verbindung zur ehrlichen Frau!

Wenn du also bereit dafür bist, in deine volle Kraft zu kommen, dann findest du hier auf meinem Kalender alle aktuellen Termine.

Abschließend zur Erinnerung:

Die WELT braucht DICH
wach, frei, und ungezähmt,
in deiner kompletten, wahrhaftigen Größe,
mit deinem Glanz und Strahlen,
in deinem verletzlichem und chaotischem Menschsein,
mit all deinen Wunden und Unsicherheiten.
Denn du bist nicht gekommen,
um nett und klein zu sein.
Du bist gekommen, um WILD, ECHT
und vor allem DU SELBST zu sein.

Auf dich,
Lena

(Bild: Ian Schneider via Unsplash)

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Ich lebe und lehre den Weg der wilden Weiblichkeit. Eine Lebensart die all unsere Facetten – unsere Dunkelheit und unser Licht – begrüßt und feiert. Mit großer Hingabe ermutige und inspiriere ich vor allem Frauen dazu, auf die Stimme ihres Herzens zu vertrauen, ihren Körper zu lieben und zu respektieren, ihre wechselhafte Natur zu würdigen und ihre Sinnlichkeit zu leben.

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