Was du über die weibliche Sexualität wissen solltest

Ich habe schon öfters in einem Newsletter darüber geschrieben, dass es ausnahmslos für jede Frau (und jeden Mann) möglich ist, sexuell tief erfüllt zu sein.

Doch wieso ist das nicht die Norm?
Wieso haben so viele von uns immer wieder das Gefühl, dass es mehr gibt als das, was wir kennen?

Es liegt einerseits an den Konditionierungen, Prägungen und an den Gefühlen von Scham, Schuld und Angst, die uns davon abhalten, dieses Potential zu erfahren. Auf der anderen Seite – und auch damit verbunden – liegt die einfache Tatsache, dass wir einfach nicht wissen, wie es geht.

Sexualkunde in der Schule hat uns nicht das Essentielle beigebracht. Wir haben nicht gelernt, wie wir Tiefe und Erfüllung in unsere sexuellen Beziehungen bringen können. Mit unseren Eltern darüber zu reden, ist nicht die Norm und Fernsehen, Zeitschriften und 99% der Sexzenen aller Filme lassen uns auch nicht schlauer werden.

Meistens gehen wir diesem Gefühl, dass es mehr gibt, nicht nach, weil wir denken, dass wir damit alleine sind, oder weil das Thema uns total verunsichert (verständlich).

Mir ging es fast in meinem ganzen Leben so. Ich habe nicht immer so frei über Sexualität gesprochen und schon gar nicht öffentlich darüber geschrieben. Ganz im Gegenteil. Doch vor fast zehn Jahren habe ich Mut gefasst und einen Tantra Workshop besucht.

Und das hat sooooooo gut getan!
Es hat gut getan, dieses riesige Thema aus dem Tabu zu holen.
Ich habe mich – nur indem ich hingegangen bin – so frei gefühlt!
Es war so natürlich,
und hat lediglich das bestätigt was ich intuitiv schon immer wusste:

  1. Ja, es gibt viel mehr zu entdecken
  2. Ja, das was ich in meinem Körper fühle, ist richtig.

Damit du weißt, was ich meine, teile ich heute fünf Eigenschaften der weiblichen Sexualität mit dir. Diese Eigenschaften werden dir vermutlich nichts Neues erzählen, sondern das bestätigen, was du sowieso schon gefühlt hast.
Das ist auf diesem weiblichen Weg immer der Fall.
Es geht primär darum, zu lernen, uns selbst wieder zu vertrauen.

Was du über die weibliche Sexualität wissen solltest:

1. Sich wohl, sicher und angenommen zu fühlen, ist das Wichtigste!
Das absolut Wichtigste!
(ich könnte es noch 100-mal schreiben).
Wenn eine Frau sich wohl fühlt, gewürdigt und geschützt, dann entspannt sie sich. Ihr Körper wird weich und öffnet sich. Und … da zählt nicht nur der Moment des Liebesakts, sondern die komplette Beziehung/Begegnung. Alles hat einen Einfluss darauf, wie sie sich fühlt und ob sie sich öffnen möchte.

2. Zeit … es braucht Zeit!
Eine Frau braucht von ihrer sexuellen Erregung her sehr viel länger als ein Mann, um lebendig zu werden. Die Taoisten sagen, dass die sexuelle Energie von einem Mann vergleichbar mit dem Feuer-Element ist: es wird schnell heiß. Wenn ein Mann erregt ist, steigt die Energie zuerst im Geschlecht. Bei der Frau ist es anders. Eine Frau ist vergleichbar mit Wasser. Sie braucht viel länger, um zum Kochen zu kommen. Ihre Energie baut sich im ganzen Körper auf und fließt dann zum Schluss zu ihrem Geschlecht hin.

Das heisst konkret:
Es ist ein Schock für den Körper einer Frau, zu schnell an Brüsten oder Vagina berührt zu werden (bei Männern oft genau umgekehrt). Es braucht Zeit, um warm zu werden. Es braucht Zeit, dass sich die Energie im Körper aufbaut (durch Küssen, Berühren, Streicheln, Massage, Sinnlichkeit).
Doch wie oft haben wir als Frauen gedacht, dass es wohl schneller gehen sollte? Hast du schon mal gedacht, dass du zu lange brauchst und dass bei dir deshalb wohl etwas verkehrt ist?
Mit dir ist nichts verkehrt.
Eine Frau braucht Zeit.

3. Es gibt keine Technik die immer funktioniert ..
… und die, die gestern oder heute Früh noch richtig geil war, ist jetzt langweilig und uninteressant.
Frauen, könnt ihr das nachvollziehen?
Hast du schonmal das, was du gerne hättest in einem Moment geäußert und dann im nächsten Moment war es nicht mehr so geil?
Hast du dir dabei gedacht, dass du zu kompliziert bist oder vielleicht sogar eine Blockade hast?
An dir ist Nichts verkehrt und an deinem Partner definitiv auch Nichts.
Hier braucht es Präsenz, die Fähigkeit von beiden immer wieder alles fallen zu lassen, um im Moment zu sein, um zu fühlen, was dieser Moment mit sich bringt. Das ist die Quintessenz von Tantra: intim mit dem Moment sein, der ist. Das was davor war, sterben lassen, damit der jetzige Moment tiefer erfahrbar wird. Mehr darüber in meinem BLOG über Tantra.

4. Kein Ziel ist das beste Ziel
Ein Ziel beim Sex zu haben, kreiert Druck und Anspannung, es holt uns aus dem Moment raus und somit aus der Intimität mit uns selbst und mit dem Gegenüber. Es ist so, als würde die Bindung verloren gehen. Doch es ist diese tiefe Bindung, nach der wir uns alle sehnen. Sex ohne Ziel heißt, dass es Raum gibt für Alles. So verschwindet die Frustration und ein Loslassen tritt ein. In diesem Loslassen, dieser Entspannung ist so viel mehr Tiefe möglich.

5. Unterschätze nicht, was es heißt dich tief zu öffnen und jemand in dich hinein zu lassen
Dein Körper hat eine eigene Weisheit und es ist ein tiefer Akt der Hingabe und des Vertrauens, der dazu führt, dass dein Körper sich öffnet. Es ist also keine kleine Sache, jemand in dich hinein zu lassen. Denn – und das ist das Wunderschöne, wenn der Körper einer Frau sich öffnet, wirklich öffnet, dann öffnet sich das Herz auch mit. Wir lassen das Gegenüber nicht nur in unseren Körper, sondern auch in unser Herz. Deswegen fühlen wir so schnell eine Bindung zu jemanden.
Diese tiefe Öffnung ist nicht zu unterschätzen. So ist es wichtig, dass du das würdigst. Dass du deinem Körper vertraust. Dein JA und dein NEIN fühlst. So intim, dass es unverkennbar ist. Und dann vertraue darauf. Spreche es aus und würdige, dass es ein tiefer Schritt ist jemand, in deinen Körper und in dein Herz zu lassen.

Erkennst du dich hier wieder? Kannst du das, was ich geschrieben habe, nachvollziehen?

Wenn ja, dann kann ich dich nur dazu ermutigen, auf deinen Körper zu hören, deinen Körper kennen, lieben und ihm vertrauen zu lernen.

Wenn du tiefer eintauchen möchtest, dann komme mit auf das Yoni-Retreat im November. Ich weiß, dass das Thema Angst machen kann und Unsicherheit mit sich bringt. Genau deswegen lege ich viel Wert darauf einen sicheren und respektvollen Ort zu schaffen, in dem sich alle wohlfühlen. Außerdem geht es immer nur um eins: intim und innig bei dir selbst zu sein.

 

(Blog Bild von Sharon McCutcheon via Unsplash)

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Ich lebe und lehre den Weg der wilden Weiblichkeit. Eine Lebensart die all unsere Facetten – unsere Dunkelheit und unser Licht – begrüßt und feiert. Mit großer Hingabe ermutige und inspiriere ich vor allem Frauen dazu, auf die Stimme ihres Herzens zu vertrauen, ihren Körper zu lieben und zu respektieren, ihre wechselhafte Natur zu würdigen und ihre Sinnlichkeit zu leben.

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