Tampons, Binden oder Menstruationstasse? Ein Bericht

Ich bekomme immer wieder die Frage gestellt, ob ich Tampons, Binden oder eine Menstruationstasse während meiner Menstruation verwende und weshalb.

Ich finde diese Frage so wichtig, denn was wir verwenden bei der Menstruation, zeigt uns oft, wie wir über unsere Menstruation denken und wie diese besondere und wichtige Zeit in unserem Zyklus von uns wahrgenommen und durchlebt wird.

Die Erzählung darüber, was ich verwende, spiegelt meine eigene Reise zu mir selbst wieder und zeigt, wie ich früher mein Frau-Sein auf der Grundlage meiner Menstruation empfunden habe und wie es jetzt ist.

Meine Geschichte zu einer gelebten,
ermächtigten
Weiblichkeit fing mit Binden an.
Stinknormale Binden.

BINDEN

Ich fand sie praktisch, erstens, weil ich dadurch nie in Berührung mit meinem eigenen Blut kommen musste und zweitens, weil ich die Vorstellung darüber, einen Tampon in mich reinzustecken abschreckend und auch beängstigend fand.

Mit der Zeit jedoch haben mich die Binden gestört.
Mich hat das Gefühl, dass ich eine Pampers trage, genervt und ich fand es doof, nicht alles machen zu können, was ich wollte.
Da kamen mir die Tampons zur Hilfe.

TAMPONS

Endlich konnte ich wieder während meiner Menstruation schwimmen,
im Bikini sein,
Sport machen,
und weiße Hosen tragen.
Ein Geschenk für mich in meinem Teenage-Alter!

Diese Tamponzeit hielt sehr lange an, doch irgendwann begann ich Yoga zu praktizieren. Ich wurde bewusster und während einer meiner vielen Reisen nach Indien habe ich die Menstruationstasse entdeckt.

MENSTRUATIONSTASSE

Ich war zuerst ziemlich skeptisch, wie das Ganze funktionieren soll und fand die Vorstellung, dass ich mit meinem Blut in Berührung komme, erstmal eklig. Vorgeherrscht hat also erst etwas anderes: mein Umweltbewusstsein.

Führe dir mal vor Augen, dass auf Grund von den Glaubenssätzen,
… dass Menstruation etwas Ekliges und Unhygienisches ist (es heißt ja schließlich weibliche Hygeniegartikel),
… dass wir in der Menstruationszeit, so wie im ganzen restlichen Monat auch, alles machen können sollten,
wir eine ganze Industrie geschaffen haben.

Wir packen so etwas Natürliches wie unser Blut in eine Plastikverpackung, um es dann in den Mülleimer zu schmeißen. Wusstest du, dass die durchschnittliche Frau im Laufe ihres Lebens zwischen 12.000 und 16.000 Tampons oder Binden verwendet? Das ist eine Menge Müll!

Eine Menge unnötiger Müll.

So kam die Menstruationstasse in mein Leben. Durch sie habe ich nicht nur der Umwelt etwas Gutes getan, sondern ich habe mich mit meinem Blut angefreundet und habe gelernt, wie viel Blut eigentlich in der Menstruationszeit kommt (kein Eimer voll, wie ich es sonst bei Binden und Tampons gedacht habe).

Doch die Geschichte hört nicht dort auf.

Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass mein Körper die Menstruationstasse nicht mehr annimmt. Es hat sich plötzlich überhaupt nicht gut angefühlt, sie zu tragen und der Gedanke daran, sie zu verwenden, hat mir großes Unbehagen bereitet.

Zeitgleich begann ich, mich mehr mit meinem Zyklus zu beschäftigen. Ich lernte, welche Geschenke der Zyklus mit sich bringt und wie heilig und wichtig vor allem auch die Menstruationszeit für uns ist. Vieles, was ich intuitiv in mir gefühlt habe, wurde durch Bücher, Kurse und im Austausch mit anderen Frauen bestätigt. Unter anderem das Gefühl, dass die Tasse nicht gut für mich ist.

Während unserer Menstruationszeit fließt unsere Energie,
unser Blut,
unsere Emotionen,
und der vergangene Monat nach unten.

Es ist eine Zeit, um loszulassen und es findet eine natürliche Reinigung statt. Diese Reinigung wird erschwert, wenn wir eine Kappe drauf tun (im wahrsten Sinne des Wortes). Diese Kappe, entweder durch die Menstruationstasse oder durch einen Tampon, lässt die Energie stagnieren, was zu stärkeren Menstruationsschmerzen führen kann. Das Blut möchte fließen, und zwar raus. Immer dann, wenn wir etwas Natürliches manipulieren, dann führt es zu einem Ungleichgewicht.

Deswegen habe ich mich darin bestätigt gefühlt, die Menstruationstasse nicht mehr zu verwenden.

STOFFBINDEN

So ging meine Reise weiter zu Binden aus Stoff.

Ja, ich weiß, die Vorstellung fand ich am Anfang auch seltsam, doch wieso ich sie seltsam fand lag wieder daran, dass ich dazu konditioniert wurde, mein Menstruationsblut als etwas Ekliges zu empfinden. Als ich das abgelegt hatte, fand ich die Binden super!

Doch damit war es nicht vorbei.

Denn mit der Zeit haben sich die Binden nicht mehr ansatzweise gut angefühlt und ich habe gemerkt, dass mein Köper sie ebenfalls abstößt. Es hat sich so angefühlt, als könnte meine Vagina nicht atmen. Total unangenehm.

So bin ich zuletzt da angekommen, wo ich jetzt stehe.
Ich würde sagen, ich bin wieder da angekommen, wo es natürlich,
und normal ist.
Ich mache das, was Frauen in noch erdverbundenen Kulturen auch machen.

FREEBLEEDING

Ich bin mittlerweile so verbunden mit meinem Körper und mit meinem Schoßraum, dass ich den Moment spüre, wenn das Blut kommt. Und weisst du was ich dann mache?

Ich halte es (ja, das können wir),
stehe auf,
und gehe auf die Toilette
oder in die Natur (je nachdem wo ich bin)
und dort lasse ich es fließen.
Ich gebe es da hin, wo es hingehört.
In die Natur.

Es ist nämlich so, dass wir nicht ständig tagelang bluten bei der Menstruation. Die Blutung kommt in Wellen und diese Wellen können wir abfangen.

Das Ganze funktioniert bei mir nur dann, wenn ich gut verbunden bin mit mir.
Wenn ich wirklich meine Aufmerksamkeit in meinem Körper halte, damit ich diesen natürlichen Fluss auch fühle.

Dafür ist es notwendig, dass ich meine Aufmerksamkeit nach innen bringe. Das ist ohnehin das, was während der Menstruation sowieso passiert und das, was in dieser Zeit dran ist.

Es hat eine Zeit gedauert, um ein Gefühl dafür zu bekommen, und mit jedem Zyklus der vergeht, wird es immer besser und souveräner. Manchmal geht es daneben, manchmal stehe ich auf und es kommt nichts, doch es wird immer besser und ich kann sagen, dass ich mich durch dieses Freebleeding unglaublich kraftvoll und ermächtigt fühle.

Den Ekel,
das Abgetrennt-Sein,
und die Unwissenheit rund um deinen Körper
und deinen Zyklus

HÄLT
DICH
KLEIN.

Wieso?

Weil es dich von deiner Kraft abtrennt.
Eine Kraft, die du dann findest, wenn du so bist, wie du von Natur aus bist.
Verbunden,
intuitiv,
wild,
und frei.

So möchte ich dich dazu ermutigen,
eine natürliche,
normale,
und wertschätzende Beziehung zu deinem eigenen Blut zu bekommen und auf deinen Körper zu hören, wenn er dir sagt, was ihm gut tut und was nicht.

Auf dich,

Lena

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Ich lebe und lehre den Weg der wilden Weiblichkeit. Eine Lebensart die all unsere Facetten – unsere Dunkelheit und unser Licht – begrüßt und feiert. Mit großer Hingabe ermutige und inspiriere ich vor allem Frauen dazu, auf die Stimme ihres Herzens zu vertrauen, ihren Körper zu lieben und zu respektieren, ihre wechselhafte Natur zu würdigen und ihre Sinnlichkeit zu leben.

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