Selbstliebe mal anders (und mal praktisch)

Sicherlich hast du es schon tausend Mal gehört: Selbstliebe, Selbstliebe, Selbstliebe. Überall liest man und hört man darüber und wenn ich ehrlich bin, hat es mich eine Zeit lang genervt! Ich dachte nämlich, dass es überbewertet wird und habe nicht so ganz begriffen, was dieser Hype eigentlich soll. Schließlich war für mich Selbstliebe, dass ich mich mag – ja sogar lustig und cool finde, dass ich mir gutes tue und dass ich mich nicht ständig vorm Spiegel niedermache. Mittlerweile habe ich gelernt, dass das alles zwar ein Ausdruck von Selbstliebe ist, doch dass es viel tiefer und weiter reicht als das.

Wie du schon in dem letzten Newsletter mitbekommen hast, bin ich wieder im Schwarzwald gelandet. In der ersten Woche hier war ich ganz allein. Der Wald und ich. Kein Mensch und kein Haus in Sicht. Und wie es so ist, wenn außenherum alles still ist …
… wird das Innere laut!

So waren die ersten Tage eine Achterbahn der Gefühle: Wut, Traurigkeit, Ungeduld, und Angst. Alles war da und ich habe alles gefühlt. Alles.

Wo ich sonst weggerannt wäre hin zum
Handy,
zu Schokolade,
zu Treffen mit Freunden,
zu allen anderen Ablenkungen,
bin ich geblieben.
Und ich habe mich gehalten.
Durch alles was kam.
Ich habe es gefühlt,
ausgedrückt,
bewegt,
und hineingeatmet.

Ich habe es nicht verurteilt, nicht probiert zu verstehen oder einzuordnen, sondern nur JA gesagt. Immer wieder.
Ich habe es später als ein Akt der Selbstliebe erkannt. Mir sind zwei Sachen dabei bewusst geworden:

1. Für mich selbst da zu sein macht mich unverwundbar. Nein, nicht weil ich nun endlich diese “negativen” Gefühle los bin. So funktioniert das nicht. Es geht NIE darum, uns von diesen Teilen unseres Menschseins zu reinigen – sie gehören berechtigt zu uns dazu. Es geht darum sie zu erlauben. Wenn ich also mit dem Unbequemen und mit dem Schmerz sein kann – was kann mir dann passieren?
2. Wenn ich mich selbst so annehme, wie ich bin in jeder Lage, die ich durchlaufe, dann habe ich keine Lücke mehr, die gefühlt werden muss. Ich bin nicht mehr darauf angewiesen, dass ich gemocht, gewürdigt oder angenommen werde so wie ich bin. Das gebe ich mir selbst.

Jedes Mal, wenn ich du für dich selbst da bist, kommst du der Freiheit näher.
Die Freiheit Mensch zu sein.
Eine Freiheit, die wir in einer Welt die nach Ideal und Perfektion strebt vernachlässigen.

Selbstliebe … ein Weg in die Freiheit. Wer hätte das gedacht?

Um das Ganze noch praktischer zu machen teile ich mit dir – aus meinen Erfahrungen – vier hilfreiche Tipps um Selbstliebe im Alltag zu praktizieren. Sie sind:

1. Vertraue und folge deinem Herzen

Bei allen Entscheidungen, die du triffst. Welche Entscheidung lässt dich aufhellen, dich expandieren? Entscheide dich immer für das – wenn es um Freude Treffen, einen Kurs besuchen, eine Reise machen oder etwas Neues kaufen geht. Egal. Spüre: macht die Entscheidung dir Freude, schafft sie Leichtigkeit?

2. Halte dich

Genauso wie in meinem Beispiel oben. Eine gute Zeit dafür ist die prämenstruale Phase in deinem Zyklus (erinnerst du dich an mein Buch?) oder die Phase vor dem Neumond, wenn du nicht mehr blutest. Diese Phase bringt vieles an die Oberfläche. Fühle es. Alles. Halte dich, gebe dir das was du brauchst, urteile nicht, sondern nimm an, erlaube, fühle, erlaube, fühle.

3. Setze Grenzen

Spreche es aus, wenn dir etwas nicht gut tut, wenn du Zeit für dich allein brauchst. In diesem Moment entscheidest du dich für dich selbst. Es ist am Anfang unbequem (weil wir Mensch sind) doch jedes Mal wenn du dich für dich selbst entscheidest, verankerst du dich tiefer in dein Herz. Das heißt, es wird in Zukunft lauter sprechen und dich klarer leiten.

4. Tue dir regelmäßig etwas Gutes

Gebe dir das was du brauchst: Stille, ein Bad, ein Saunabesuch, ein gutes Essen. Was auch immer dir Freude macht.

Für deine Dämonen (innen und außen): 
Sie werden dir sagen, dass Selbstliebe egoistisch ist, selbstsüchtig. Dass es unmöglich ist, so viel Geld, Zeit und Energie für dich selbst auszugeben.

Das ist Humbug.

Frage dich selbst:
Wie kann ich der Welt mehr geben? Well ich vollgetankt oder leer bin?
Wenn ich strahle und in meiner Kraft bin oder ausgelaugt?
Wenn als so handeln würden wie ich, wäre die Welt ein besserer oder schlechterer Ort zu sein?

Selbstliebe zu praktizieren hat so einen positiven Einfluss nicht nur auf dich sondern auch auf deine Umgebung. Deswegen ist es das Fundament von allem was ich anbiete. Bei den Workshops und Retreats schaffen wir einen Raum in dem du so sein kannst wie du bist. Eine Gelegenheit um gefestigt bei dir anzunehmen kommen.

Es ist unglaublich zu sehen was passiert. Es bewegt mich jedes Mal wenn ich am Ende in den Kreis schaue – die Freude, die Erleichterung und das Aufblühen in den Gesicherten.
Ich wünsche jeder Frau diese Erfahrung.

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Ich lebe und lehre den Weg der wilden Weiblichkeit. Eine Lebensart die all unsere Facetten – unsere Dunkelheit und unser Licht – begrüßt und feiert. Mit großer Hingabe ermutige und inspiriere ich vor allem Frauen dazu, auf die Stimme ihres Herzens zu vertrauen, ihren Körper zu lieben und zu respektieren, ihre wechselhafte Natur zu würdigen und ihre Sinnlichkeit zu leben.

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