Ablehnung tut gut.

Wir leben in der Annahme, dass es einfacher ist, uns selbst und anderen vor Verletzungen, vor Ablehnung, vor Enttäuschungen und vor Schmerzen zu schützen.

Wir tun es indem wir:

  • unsere Bedürfnisse nicht teilen und kommunizieren
  • unseren Träumen nicht folgen
  • einer geliebten Person die Liebe nicht offenbaren
  • uns nicht so wie wir sind zeigen

Doch, wie würden wir leben, wenn wir keine Angst davor hätten, solche Gefühle oder Situationen zu erleben?

Wir wären
mutiger,
lebendiger,
freier,
offener,
und einfach glücklicher!

Dazu meine Geschichte:

Dieses Jahr im thailändischen Dschungel hatte ich einen besonderen Nachbarn: ein toller Mann, der mich von Anfang an fasziniert und angezogen hat.

(Mega angezogen hat.)

Wir haben zusammen viel Zeit verbracht: die Umgebung erkundet, uns bis in die frühen Morgenstunden unterhalten, waren jeden Morgen zusammen im Wasserfall baden. Alles blieb freundschaftlich, bis wir eines Tages zusammen im Meer schwimmen waren. Die genaue Geschichte von diesem Tag mit allen Einzelheiten und Erlebnissen ist total lustig und voll schön, doch, um es für diesen Blog auf den Punkt zu bringen, komme ich gleich zum Höhepunkt: Plötzlich aus dem Nichts ist ein Kuss entstanden. Einer dieser Küsse, bei denen die Welt stehen zu bleiben scheint. Eine tiefe Verschmelzung miteinander und mit dem Moment.

Ich war voller Staunen.

Die Tage vergingen und wir haben uns immer wieder geküsst. Langsame Schritte. Alles ganz natürlich und erwartungsfrei. Ich begann mich zu verlieben. Mit jedem Tag mehr.

Doch dann ist es passiert:

Ein paar Tage später schaute er mich an und meinte, dass er nicht so weiter machen möchte. Dass es für ihn gerade so, wie es ist, nicht passt.
Kurz gesagt: ich habe eine Ablehnung kassiert.

In so einem Moment geht uns mindestens einer der folgenden Sätze durch den Kopf:

  1. Den anderen beschuldigend: “So ein Arschloch!”
  2. Trotzig werdend: “Ich brauche dich nicht!”
  3. Überheblich werden: “Wer denkt er denn eigentlich, wer er ist?”
  4. In Selbstmitleid verfallend: “Keiner mag mich”

Ein Teil von mir wollte diese Schiene fahren. Wollte ihm klar zeigen, dass ich ihn nicht mag. Wollte zurückschlagen: ihm das gleiche Gefühl heimzahlen, das ich gefühlt habe. Doch ich habe mich nicht für diese Variante entschieden.

Stattdessen habe ich etwas Anderes gemacht:

Erstmal habe ich dieses Gefühl der Ablehnung angenommen, erlaubt und gefühlt. Ohne Erklärung. Ohne Drama. Ohne Beschuldigung. Nur gefühlt. Es war ein Gefühl, als würde jemand einen Teil von meinem Herz herausreißen. Das hast du vielleicht auch schon erlebt.

Indem ich durch dieses Gefühl durchgegangen bin, lernte ich, dass das Fühlen mich unverwundbar macht (siehe mein Blog über die Selbstliebe). Denn der Grund, wieso wir kein Risiko in diesem Leben eingehen (unsere Liebe gestehen, uns offenbaren wie wir sind, usw.) ist, dass wir Angst vor den möglichen unangenehmen Gefühlen, die damit einhergehen könnten, haben. Wenn wir damit aber sein können, dann kann uns nichts mehr passieren. So einfach ist es.

Danach habe ich erkannt, dass es mit mir persönlich nichts zu tun hatte. Denn mein Freund hat mich in der eigentlichen Realität (nicht die Kopfkino Realität) gar nicht abgelehnt. Er hat lediglich seine Bedürfnisse formuliert. Offen und ehrlich das mitgeteilt, was für ihn passt und was nicht.

In den Wochen danach, als wir wieder freundschaftlich unterwegs waren, ging das Ganze weiter. Öfter einmal habe ich vorgeschlagen, etwas Gemeinsames zu machen. Seine Antwort darauf war immer wieder: “Nein, danke. Ich möchte heute lieber alleine sein”. Einmal saßen wir abends einfach nur gemütlich auf seiner Terrasse und er sagte plötzlich: “Lena, ich möchte jetzt allein sein.” In beiden Momenten wollte wieder ein Teil in mir trotzig reagieren, ihn beschuldigen oder ihn absichtlich verletzen, indem ich ihm die kalte Schulter zeige oder zu all den Vorschlägen, die von ihm kamen, nein sagen. Doch, was hätte das gebracht? Alles persönlich zu nehmen, ist total anstrengend.

Ablehnung ist ein Geschenk.

Diese Geschichte war zwar keine große einschneidende Erfahrung in meinem Leben, doch sie hat mir glasklar vor Augen geführt, was Ablehnung eigentlich heißt.

Ich bin durch diese Erfahrung noch mutiger geworden darin, meine eigenen Bedürfnisse zu kommunizieren. Denn es ist die eigene Angst vor Ablehnung, die uns davor zurückhält, unsere Bedürfnisse mitzuteilen. Je mehr wir also bereit dafür sind, ein “Nein” zu hören, desto leichter fällt es uns, ein “Nein” auszusprechen. Ablehnen zu dürfen und abgelehnt zu werden gehören genauso zum Leben wie zuzustimmen und Zustimmung zu erhalten. Jedes wäre ohne das andere nicht wert!

So ist heute meine Ermutigung an dich eine, die du sicherlich noch nie gehört hast : Genieße es, abgelehnt zu werden!

Und bitte, teile mir unten in den Kommentaren mit, wie du bisher auf Ablehnung (egal welcher Art) reagiert hast.

Alles Liebe für dich,

Lena

PS: Wie wir aus dem Herzen leben und nach Verletzung und Enttäuschung offen bleiben können, ist Inhalt von Modul 4 der Feminine Soul Series. Wenn du Interesse an dem Modul hast, dann trage dich HIER ein.

(Bild: Andrew Neel via Unsplash)

Hat dir dieser Blog-Post gefallen?

Dann freue dich auf wöchentliche Inspiration von mir in deine Inbox!

Danke!
Ich lebe und lehre den Weg der wilden Weiblichkeit. Eine Lebensart die all unsere Facetten – unsere Dunkelheit und unser Licht – begrüßt und feiert. Mit großer Hingabe ermutige und inspiriere ich vor allem Frauen dazu, auf die Stimme ihres Herzens zu vertrauen, ihren Körper zu lieben und zu respektieren, ihre wechselhafte Natur zu würdigen und ihre Sinnlichkeit zu leben.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *